Praxisentwicklung – Werteorientiert Führen zahlt sich aus

Für Ärztinnen und Ärzte ist die Führungsposition in der eigenen Praxis oft ein schwieriger Prozess und mit vielen Herausforderungen verbunden. Denn Chef wird man nicht automatisch mit dem Medizinstudium. Führungskraft wird man im Kopf. Ärzteberaterin Daniela Wiessner aus München dazu: „Führung muss man wollen, das ist der wichtigste Punkt.“

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Mit Druck oder Empathie führen?

Und dazu gehören eine gute Vorbereitung sowie die richtige Grundeinstellung. Darum sollten sich Ärztinnen und Ärzte früh überlegen: „Wie will ich überhaupt führen? Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um?“ Die meisten Praxisinhaber werden schnell merken, dass sie mit Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke und Autorität nicht mehr weit kommen. Schon gar nicht bei der vielzitierten Generation Y. Wer das Potenzial seines Teams entfalten will, der sollte auch auf Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen und Empathie setzen. Wobei zu viel Empathie ebenfalls nicht zielführend ist. Denn die kann durchaus stressen und hemmen. Darauf deuten neue Studien von Psychologen, Neurowissenschaftlern und Managementforschern hin.

Im Klartext heißt das: Manchmal muss ein Chef auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Auch wenn die für den Einzelnen hart erscheinen mögen, so sichern sie doch die Zukunft des Praxisunternehmens. Wer also die Nöte seiner Angestellten zu nahe an sich heranlässt und allein nach Harmonie strebt, gerät oft selbst in Schwierigkeiten. Es gilt, das gesunde Mittelmaß zu finden – zwischen Fühlen und Führen.

Werte machen zufrieden: den Chef, die Mitarbeiter und die Patienten

Was einem dabei helfen kann, ist ein stabiles Wertesystem. Werte sind generell wieder stark im Kommen. Sie bilden das Dach, unter dem sich das Team einer Praxis vereint, eine gemeinsame Marschrichtung und eine glaubwürdige Vision, mit der sich auch Patienten identifizieren können. Doch zunächst einmal sind Werte nur Begriffe, die widerspiegeln, was Menschen in ihrem Leben besonders wichtig ist. Werteorientierte Ärztinnen und Ärzte zeichnen sich als Führungskräfte dadurch aus, dass sie Werte in der Praxis leben, aufrichtiges Interesse an den Belangen ihrer Mitarbeiter haben, sich fürsorglich verhalten und zudem bewusst eine Vorbildfunktion einnehmen. Denn Werte lassen sich nicht inszenieren, nur vorleben. „Mitarbeiter erwarten von ihren Chefs, dass sie offen über ihre Werte sprechen. Das schafft Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft“, bestätigt Daniela Wiessner. Und die Praxis zeigt es deutlich: Werteorientierte Führung hat einen messbar positiven Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg einer Arzt- oder Zahnarztpraxis und gleichermaßen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Patienten.

Wer sich diese Anforderungen schon früh bewusst macht, der wird auch als Ärztin oder Arzt viel Freude an seiner Führungsrolle haben – soviel ist sicher. Schließlich ist Führung 80 % Haltung und 20 % Methodik. Und beides kann man lernen!

Ein Artikel von Dipl.-Kffr. Daniela Wiessner
divendo – Praxismarketing.
Kommunikation & Beratung

 

Letzte Änderung am Dienstag, 05 Juni 2018 10:56